Schwelle / Threshold

Acrylglas, bearbeitet (22 x 12 x 22,5 cm)

In einer Zeit des Rückblicks und des Übergangs malte ich intuitiv, ohne festgelegtes Motiv. Während des Malprozesses entstand das Bild eines hellen, ansteigenden Weges mit Stufen. Dieses zufällig entstandene Motiv ließ mich nicht mehr los und wurde zum Ausgangspunkt dieser Skulptur.

In einen Körper aus Acrylglas sind zwei Treppen hineingearbeitet. Die eine steigt von unten auf, die andere führt von der gegenüberliegenden Seite von oben herab. Zwischen den beiden Treppen bleibt eine Lücke.

Die Stufen und die umgebenden Flächen wurden mit dem Meißel in das Acrylglas gearbeitet. Dabei entstanden unregelmäßige, an Kristallstrukturen erinnernde Oberflächen, die das Licht aufnehmen, brechen und im Material weiterführen.

Die äußere Form des Körpers folgt einer ansteigenden Linie. Sie führt den Blick vom Fuß der Skulptur hinauf zu der transparenten Öffnung am oberen Ende.

Die beiden Treppen können als Verbindung unterschiedlicher Orte verstanden werden. Treppen schaffen Übergänge. Sie ermöglichen Bewegung, Annäherung und das Erreichen neuer Räume. Die beiden Treppen dieser Arbeit treten in Beziehung zueinander, ohne dass festgelegt wird, wohin sie führen oder was sie miteinander verbindet. Sie können als Begegnung gelesen werden, als Suche, als Erinnerung oder als Aufbruch.

Die Lücke zwischen den Treppen bleibt bestehen. Sie kann als Trennung verstanden werden oder als Raum für das, was noch entstehen wird. Gerade diese Offenheit lässt verschiedene Lesarten zu.

Die Skulptur ist derzeit im Kunstverein Nürtingen zu sehen.

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