Flure im Hotel Vetter werden zur Bailly-Galerie

Es ist die erste Ausstellung nach dem Tod der Künstlerpersönlichkeit Max G. Bailly. Nachlassverwalterin Alexandra Fischer-Herl plant eine große Retrospektive zu seinem 90. Geburtstag im Dezember 2026. VON KAI MÜLLER NÜRTINGEN. Der Nürtinger Künstler Max G. Bailly war seiner Zeit voraus. Auch die „Feier des Lebens* zu seinem eigenen Begräbnis Ende September hatte er im Vorfeld geplant. Nürtinger Zeitung Flure-im-Hotel-Vetter-werden-zur-Bailly-Galerie Dass ausgerechnet die erste Schau einiger seiner Bilder jetzt im Hotel Vetter in Nürtingen stattfindet, dürfte ihm sehr gefallen haben. Wer bei der Trauerfeier dabei war, der dürfte ein Déja-vu-Erlebnis haben. Denn Alexandra Fischer-Herl, die eng mit Bailly befreundet war und sich auch um dessen künstlerischen Nachlass kümmert, hat bei der Beerdigung ein Gedicht vorgelesen. Eine Hommage von Bailly an Paul Klee. Den Maler, den die Nationalsozialisten aus dem Land trieben, hat der Verstorbene als seinen Mentor angesehen und ihm „Good News in Nürtingen“ gewidmet. Der Inhalt: Klee istnicht vergessen. Wer im Hotel Vetter auf die Toilette muss, kommt automatisch an ihm vorbei. Das hat Bailly 1995 so in Nürtingen erlebt. Hotel-Stammgäste loben die Bilder „Horizonte eines Lebens“, hiefs Max G. Baillys letzte Ausstellung. Die Bilder hatte er noch selbst im Forum Türk in Nürtingen aufgehängt. Wegen seiner schweren Erkrankung konnte er an der Eröffnung nicht mehr teilnehmen. Erika und Axel Vetter hatten sofort Gefallen an den „Horizonte“-Bildern gefunden. „Wir haben den Kontakt geknüpft“ , sagt Axel Vetter. Damit ist es die erste Bilderschau, die Fischer-Herl mit Bailly-Bildern in Eigenregie organisiert hat. Im Hotel Vetter sind derzeit 47 Bilder des kürzlich verstorbenen Max G. Bailly zu sehen. Sehr zur Freude von Axel Vetter, der Nachlassverwalterin Alexandra Fischer-Herl (Mitte) und Erika Vetter. „Unseren Stammgästen sind sie schon positiv aufgefallen“, erzählt Vetter. Auch Nicht-Hotelgäste können sich die Bilder zu den Öffnungszeiten anschauen, sie kommen in den Korridoren des Hotels besonders gut zur Geltung: „Die Passepartouts sind auf jedes Bild einzeln abgestimmt“, erklärt Fischer-Herl. Sie ergänzt lachend: „Es ist ein bisschen bunt geworden.“ Werk des Künstlers ist vielschichtig Sie und das Ehepaar Vetter haben eine richtige Freude beim Gang durch die Korri-dore. Doch Max G. Baillys Werk ist weitaus vielschichtiger. „Er hat auch Arbeiten für den sakralen Raum erstellt“, sagt Fischer-Herl. Sie nennt auch die Brandobjekte, die an die Bücherverbrennungen durch die Nazis erinnern. Deren Größe bedeutet eine besondere Herausforderung: Schließlich will die Künstlerin einen großen Wunsch ihres verstorbenen Mentors erfüllen: eine Retrospektive. „Im Dezember 2026 wäre Bailly 90 Jahre geworden. Das wäre ein geeigneter Anlass, sein Lebenswerk zu zeigen.“ Fischer-Herl hofft auf die Unterstützung durch die Stadt Nürtingen und will dazu bald erste Gespräche führen. Bailly spielte auch viele Jahre lang Violine im Kammerorchester Nürtingen. An seinem früheren Wohnort Unterensingen unterstützte er Musiker mit seinen „Konzerten im Stall“. Warum nicht ein Konzert in der Nürtinger Stadtkirche zu seinen Ehren orga-nisieren? „Die Bratschistin Simone Pü-schel-von Niswandt ist auf diese Idee ge-kommen“ , sagt Fischer-Herl. Auch sonst hat sie noch viele Ideen. Wie wäre es mit einer überregionalen Ausstellung? Würden sich nicht die Brandobjekte gut in einem kunsthistorischen Museum machen? „Die Werke haben Gewicht“, sagt Fischer-Herl. Gedenkort für Max G. Bailly? Und wie sieht es mit dem Gedenken in Nürtingen an den renommierten Künstler aus, der als Lehrer viele Schülerinnen und Schüler für die Kunst begeisterte? „Das wäre natürlich ein wundervolles Zeichen der Wertschätzung“, sagt Fischer-Herl. Durch sein Engagement beim Aufbau der Freien Kunstakademie habe Bailly die Stadt mitge-prägt. Fischer-Herl freut sich, dass ihr der verstorbene Künstlerfreund das Vertrauen geschenkt hat, sein Werk in der Öffentlichkeit zu zeigen. Gleichzeitig sei sie aber auch selbst Künstlerin und leidenschaftliche Lehrerin für Bildende Kunst am Hölderlin-Gymnasium in Nürtingen. In einem ist sie sich mit ihrem früheren Mentor ohnehin einig: „Wie Bailly sehe ich das das Wecken von schöpferischen Kräften bei anderen Menschen als wertvolle Tätigkeit.“
Nürtinger Zeitung Flure-im-Hotel-Vetter-werden-zur-Bailly-Galerie

Wenn Sie Interesse am Erwerb von Kunstwerken haben, Werke für Ausstellungen anfragen möchten oder als Galerie, Institution oder Sammler:in an einer Zusammenarbeit interessiert sind, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Kontakt
logo - Alexandra Fischer-Herl
info[at]alexandra-fischer-herl.de